Was mir mein Claim „ungezähmt schlägt mein wildes Herz“ bedeutet

von | Letzte Aktualisierung: 26/07/2022 | Veröffentlicht am 26/07/2021 | Persönliches | 2 Kommentare

„Ungezähmt schlägt mein wildes Herz“ für die Erforschung innerer Wahrheiten, für das Aufspüren des eigenen Wesenskerns, für das Authentische und für die Unendlichkeit. Ungezähmt schlägt es auch für Frauen, die ich auf ihrem Weg zum Thron begleiten darf.

Kindheit: In magischer Verbindung mit mir und der Welt

Als Kind hatte ich eine starke Verbindung zur Natur. Ich liebte das stundenlange Spazieren im Wald, lauschte den Vögeln, betrachtete Blumen und Steine. Ganz selbstverständlich machte ich mit meinen Freundinnen schöne Blumenmuster – oder mit dem, was wir in der Natur grad fanden – und wir sangen dazu unsere eigenen Lieder. Dazu schrieb ich auch Gedichte. Die Magie der Welt konnte ich intuitiv erkennen. Hellsichtig und -fühlend erlebte ich Menschen und Geschehnisse und ich war glücklich verbunden mit mir und der Welt. 

Später in meinen durchlaufenen Aus- und Weiterbildungen hörte ich dann, dass es normal sei, dass sich Kinder in einem magischen Raum aufhalten umso mehr sie ein strenges Elternhaus hatten (was zutraf). Heute weiss ich, dass diese tiefe Verbundenheit ein Teil von mir ist und mich ganz macht. Drum: Erkenne dich selbst! Dann weisst du, dass viele Glaubenssätze (von dir, deinen Eltern oder den Psychologen) wegfallen. 

Häufig sass ich lesend hoch oben auf einem Nussbaum, unerreichbar für die Familie. Ich spürte schon da mein wildes Herz, welches sich immer schon nach Freiheit und Unabhängigkeit und Stille sehnte, aber auch nach Wahrheit und Unendlichkeit. Themen, die in den Büchern vorkamen. Mit meinen Eltern konnte ich darüber nicht sprechen. Sie meinten „Du bist halt eine Träumerin“.

Barbara-Mira Jakob sitzt auf dem Nussbaum und liest

Auf dem Nussbaum lesend und ganz versunken in andere Welten

Übergang: Glück und Unzufriedenheit 

Als junge Erwachsene war ich überglücklich, dass ich meinen Traumberuf Bibliothekarin ergreifen konnte. Nichts anderes wollte ich tun. 

Später war ich zwar happy mit meiner eigenen kleinen Familie doch etwas fehlte, auch wenn ich es nicht zu benennen wusste. Über die Jahre nahmen Unzufriedenheit und die innere Leere zu. Als die Liebe zerbrach, machte ich mich auf die Reise zu mir selbst und zu meiner Essenz. Worte wie Persönlichkeitsentwicklung oder Persönlichkeitsentfaltung gab es damals noch nicht. Immer stand mir mein wildes Herz als Kompass zur Verfügung. 

Obwohl ich beruflich zufrieden und erfolgreich war, verspürte ich auch da zunehmend ein tiefes Unerfülltsein und auch eine Enge im Herzen.

So kam es, dass ich mich zu einer Wüstenreise anmeldete. 

Barbara-Mira Jakob reitet in der Wüste auf einem Kamel

Durch die Weite der Wüstenlandschaft reitend.

Ich erlebte ein nie gekanntes Vertrauen in mich, in mein Kamel, in die Freunde und in die Berber. In dieser Leere und Stille kam ich in Kontakt mit der Unendlichkeit. Das war ein unglaubliches Erlebnis und unbeschreiblich dazu. Ich war wie aus Zeit und Raum gefallen und die alten Geschichten waren plötzlich uninteressant. Ich fühlte eine tiefe Liebe. Gleichzeitig verschwand mein Interesse an Vielem – und das machte meinen Freunden Angst.

Die Bestätigung: Mein Herz ist der Kompass

Mein Herz wusste jedoch, dass es sich um etwas Grosses und Wahrhaftiges handelte. Weil ich begriffen habe, dass man darüber nicht gut sprechen konnte, ohne dass die meisten Menschen Angst bekamen, Angst vor der Leere,  Angst vor dem Tod, schwieg ich jahrelang.

Das spirituelle Herz

Das Herz im Herzen

Meine wichtigsten Mutmacher waren die Dichter Rainer Maria Rilke und Hermann Hesse, denen ich tief verbunden bin. Von ihnen fühlte ich mich während dieser Zeit verstanden:

Rilke:  „Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt obdachlos die Unvergänglichkeit…“

Hesse: „Man hatte vor tausend Dingen Angst, vor Schmerzen… vor dem eigenen Herzen, man hatte Angst vor dem Erwachen, vor dem Alleinsein … namentlich vor dem Tod. Aber all das waren nur Masken und Verkleidungen. In Wirklichkeit gab es nur eines vor dem man Angst hatte: das Sich-Fallen-Lassen.“

Doch die innere Arbeit begann erst jetzt. In den darauffolgenden Jahren lernte ich, mir meinen Schattenseiten bewusst zu machen und sie anzunehmen. Auch alte Wunden wurden plötzlich sichtbar und wollten gepflegt und umsorgt werden.

Barbara-Mira Jakob und Biografie-Arbeit

Biografie-Arbeit befreit!

Happy-End und die Rückkehr zu mir selbst

Die Begegnung mit meinen Schatten und mit meiner Wahrheit hat mich zu dem gemacht was ich heute bin. Ich trage das kleine Mädchen, welches sich an der Natur erfreut und sich vertrauensvoll in der Welt bewegt mit all ihren kreativen Ausdrücken, im Herzen. 

Nach vielen Jahren der Suche und des Integrierens weiss ich heute wer ich bin. Und damit endet jede Suche. Und das, liebe Leserin wünsche ich dir auch! Denn glücklich sein mit dem was ist, ist wahrlich eine grosse Kunst und ein grosses Geschenk.

Ich habe gelernt: 

– Es gibt nur einen Weg: Erkenne dich selbst! (Wie es das Orakel in Delphi sagt)

– mein Herz ist der wahrhaftigste Kompass!

Die eigene Essenz zu finden ist für mich wie eine Rückkehr nach Hause. Ein freudiges Erkennen der ureigenen Natur. Die Selbstbejahung und und die Verbundenheit mit sich selbst und der Welt ist unglaublich – und zwar unabhängig von äusseren Umständen. 

Barbara-Mira Jakob in Delphi

Orakel von Delfi: Erkenne dich selbst!

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Habiba

    Immer wieder die Dichtenden als Lebensanker 🙂
    Ebenso gelesen bei Jeanette Winterson u.a. –
    Bei mir waren es Frauen-Gedichte, u.a. von Gjaconda Belli. Nachhaltige „Medizin“!

    Antworten
    • Barbara-Mira

      Ja, das sagst du treffend: Gedichte sind wahrlich Medizin! Belli kenne ich noch nicht und wartet auf Entdeckung.😀

      Antworten

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