Warum das Heilen der Seele künftig wieder mehr in Frauenhände gehört

von | Letzte Aktualisierung: 08/05/2022 | Veröffentlicht am 18/04/2022 | Persönliches | 2 Kommentare

Ich entstamme einer Ärztefamilie, bei meinem Vater und Grossvater war das Medizinstudium Pflicht. Mitgenommen aus meiner männlichen Ahnenlinie habe ich, dass das Heilen ein wichtige Aufgabe, ja eine Berufung, ist. Ich habe mich schon früh dagegen aufgelehnt, dass nur Männer in Weiss das Recht hatten, selbstbewusst heilerisch tätig zu sein. Meine Überzeugung ist es, dass das Heilen wieder in mehr in Frauenhände gehört. 

Schon als junges Mädchen habe ich mit meinem Vater gestritten, denn nur analytisches Denken allein verhindert vertiefte Einsichten in Vorgänge der Welt des Körpers und der Seele. Damals wie heute glaube ich an ein beseeltes Weltbild, welches auf Energie ausgerichtet ist.

Ich glaube an selbstheilerischen Kräfte, an Energien, wenn man so sagen will, “aus dem Universum” und vor allem an die Kraft der Liebe.

Heilen hat ganz verschiedene Aspekte. Niemals käme es mir in den Sinn, bei einem Beinbruch zuerst zu einer Schamanin zu gehen. Ich bin sehr dankbar, dass die moderne Medizin uns viele gute Möglichkeiten zur Heilung des Körpers anbietet.

Das Heilen der Seele

Das Heilen der Seele ist wiederum eine ganz andere Geschichte. Aber auch hier gilt, wenn Medikamente die Symptome lindern, sind diese einzunehmen. Doch Medikamente alleine bekämpfen zwar die Symptome, nicht aber die Ursachen. Und schon in dieser Formulierung ist der Wurm drin: Wir wollen alles Mögliche “bekämpfen”. Das Übergewicht, den Krebs, die Depression usw. Was, wenn dahinter ein positiver Sinn liegt? Was, wenn mein Körper und meine Seele wissen, was richtig ist und nur mein Kopf damit hadert?

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass mir Sitzungen bei (männlichen) Psychologen nichts gebracht haben. Da wurde im Dunkeln nach Fehlern und Krankheiten gestochert. Unbesprochen blieben unter anderem transgenerationale Kriegstraumata, die wir übernommen haben.

Von Anbeginn hatte ich eine seherische, mediale und heilerische Gabe. Diese wurde durch meine Eltern kategorisch “bekämpft”. Mit meiner Nonna konnte ich mich über diese Themen austauschen. Da sie zunächst die Einzige war, die mich ernst genommen hatte, war sie meine Ansprechperson und Verbündete. So war denn einer meiner ersten vollständig ausgesprochenen Sätze: “Ich geh jetzt zur Nonna.”

Ich habe mich in meiner Familie immer etwas “anders” gefühlt, denn ich habe meinen Gefühlen immer Ausdruck verliehen und das kam gar nicht gut an. Heute weiss ich, dass die Generation unserer Eltern und Grosseltern Probleme damit hat, Gefühle wahrzunehmen und diese auf eine gute Weise auszudrücken. 

Dabei geht es gerade darum, die eigenen Gefühle wahr- und ernstzunehmen und diese auch zu fühlen und zuzulassen. Das konnten weder unsere Eltern noch unsere Grosseltern, die durch den Kriegsschock meistens sprachlos und gefühlstaub wurden. Heilerische Ausbildung dieser Generationen betonen wissenschaftliche und analytische Aspekte, das ist dieser Generation geschuldet und auch verdankt. 

Heilen heute

Die Zeiten haben sich geändert. So wird die alternative Medizin immer mehr geschätzt und auch die Krankenkassen in der Schweiz beteiligen sich finanziell daran. In dieser modernen Welt stehen uns ganz neue und ganz alte Tools zur Verfügung, zusätzlich zu dem, was uns die Wissenschaft an die Hand gibt. 

Hier eine kleine Beispiel-Liste mit Heilungsmöglichkeiten

  • Worte, die heilen
  • Berührungen, die heilen
  • Märchen und Geschichten, die heilen
  • Kunst, die heilt
  • Musik, die heilt
  • Kräuter und Blumen, die heilen
  • innere Bilder, die heilen
  • Träume, die heilen
  • aufgelöste Glaubenssätze, die heilen
  • Tiere, die heilen
  • Liebe, die heilt
  • Gemeinschaft, die heilt

Warum ist es wichtiger denn je, die Seele zu heilen? Die Spaltung, verursacht durch das Patriarchat, hat tiefe Wunden hinterlassen. Bei Mann und Frau. Die Trennung von sich selber, von anderen Lebewesen und der eigenen Umwelt hat grosse Zivilisationskrankheiten hervorgerufen. Einsamkeit, Sinnentleertheit befeuern die Kriege, die Gier, Alkohol- und andere Drogenkrankheiten, Angst und vieles mehr.

Medizinfrauen – Heilkundige Frauen: Warum das Heilen wieder in weibliche Hände gehört

Wenn ich die Geschichte der Heilkunst anschaue, stösst mir einmal mehr auf, wie sehr die Heilkunst der Frauen im Patriarchat unterdrückt wurde und wird. Heilerinnen im Mittelalter wurden als Hexen verbrannt, als Huren beschimpft und ausgegrenzt. Noch heute ruft diese Bezeichnung Angst und Misstrauen hervor. Frauen, die ihre weibliche Weisheit und ihre Heilkunst zeigen, sind nach wie vor nicht gerne gesehen, besonders wenn sie erfolgreich sind. Noch immer gibt es viele Männer, die sich vor der intuitiven Frau und ihrer Macht fürchten.

Davor gab es jedoch im alten Ägypten und Griechenland geachtete Heilerinnen, Priesterinnen, Seherinnen und Hebammen. Und genau da knüpfe ich an. Ich erinnere Frauen an ihre Ahninnen. Auch diese Erinnerungen sind in unserem Körper gespeichert und warten darauf, wieder entdeckt zu werden.

Warum gehört das Heilen wieder verstärkt in Frauenhände? Die heutige Welt ist arg in Schieflage geraten. Die Ausbeutung der Natur, der Ressourcen, der Tiere, der Frauen und Kinder ist auf dem Höhepunkt angelangt. Es ist daher dringend nötig, dass Frauen wie Männer ihre weibliche Seite und damit ihre rechte Hirnhälfte entwickeln. Damit kann die Kreativität und das Miteinander wieder frei fliessen. Der mütterliche Aspekt hat stets den Blick auf das Wohl der ganzen Gemeinschaft im Blick. Konkurrenz, Neiddenken und Gier finden hier keinen Platz mehr.

Heilen und Heilung sind ein kreativer und fluider Akt. Erlernte inneren Bilder, und Glaubenssätze, die wir in uns tragen, werden zum unbewussten Lebensführer, so haben wir es gelernt. Dass wir uns auf unser Herz verlassen dürfen, wie es unsere alten weisen Frauen raten, muss zuerst wieder neu erlernt werden. Wir kennen es aus der Kindheit und haben dieses Wissen durch Missverständnisse, die zwangsläufig entstehen, vergessen und verdrängt. Nicht jedes Mädchen hat eine weise Nonna an ihrer Seite und vielfach müssen wir uns zunächst aus den patriarchalen Mustern lösen.

Dass Heilung durch Rituale, Zeremonien, Märchen und Geschichten, durch Poesie, durch das Schreiben, Backen, Spinnen, durch die Musik und vielem mehr stattfindet, ist von der Gesellschaft noch immer zu wenig anerkannt und gewürdigt.

Dennoch glaube ich bei dieser Art der Heilung nicht daran, dass es reicht, Blütenessenzen einzunehmen, Chakren reinigen zu lassen, in Auro Soma zu baden, Heilsteine aufzulegen, die Schamanin um eine Heilungssession zu bitten usw. Meiner Meinung nach braucht es immer neben der Heilungsabsicht auch den Einsatz der Leidenden. Damit werden das Unterbewusstsein und auch die rechte Hirnhälfte miteinbezogen

Meine Heilweise

Ich verstehe es, mit der Seele der Kundin zu sprechen. Das geschieht auf andere Art und Weise als das alltägliche Sprechen. Ich bin dabei weniger analytisch, mehr intuitiv, ich sehe Bilder und verstehe das Gesagte auf einer anderen Ebene. Vielleicht ist es auch für die Frau auf Anhieb nicht so verständlich und wirkt mit der Zeit. Meine Art des Heilens ist einerseits eine humanenergetische und andererseits weiss ich um Heilkraft meiner Worte. Mittels Bilder, Märchen und Mythen, NLP, systemischen Coachings kann ich Heilung in kurzer Zeit nachhaltig bewirken.

Heilen mit Advaita

Advaita bedeutet Nichtdualität, nicht Zweiheit. Das heisst, es gibt in Wahrheit keine zwei. Weder Krankheit noch Gesundheit. Andere Begriffe dafür sind der Nullpunkt oder Shunia. Aus dieser Leere oder Fülle bzw. aus dieser Transzendenz heraus zu agieren, kann geübt werden und ist höchst wirksam. Dennoch ist es eine grosse Gnade, die einem widerfährt. Denn wer nur ein einziges Mal in dieser Transzendenz war und sich selber sehen konnte, in seiner ganzen Pracht und Macht, weiss alles. Dann ist dieser kostbare Augenblick vorbei und es wird erkannt, dass es niemanden gibt, der sagen könnte “Wow, das war ich!”, denn in Wahrheit gibt es kein Ich. 

Ich heile aus dieser Leere/Fülle und trotzdem hat es nichts mit mir zu tun. Das ist der ganze Witz und das Ende dieses ewig hungrigen Egos. Sich in dieser Non-Dualität zu befinden, ist wirklich ein grosses Geschenk und das Ende jeder Suche, sowie ein Verstärker von Demut und Dankbarkeit.

 

2 Kommentare

  1. Shivani

    Starker Artikel, liebe Barbara Mira, wie du zu deiner „Methode“ Advaita hinführst – die ja gar keine ist. Wir brauchen noch viel, viel mehr solche Frauen – das ist wichtig für den Frieden in der Welt.

    Viele Grüße aus Südfrankreich

    Antworten
    • Barbara-Mira

      Liebe Shivani, herzlichen Dank für deinen ermutigenden und lieben Kommentar. Ja, tatsächlich ist Advaita keine Methode und doch ein Seinszustand in der dualen Welt. Auf den Frieden, für den du dich ebenso einsetzt! 💙

      Antworten

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